Grundlagen und Daytrading Strategien mit Indikatoren

Gleitende Durchschnitte

Zu den bekanntesten Indikatoren zählen zweifellos gleitende Durchschnitte (engl.: Moving Averages), die sich aus dem Durchschnittskurs einer bestimmten zurückliegenden Zeitperiode errechnen und direkt im Chart angezeigt werden. Populär sind 20, 50, 150 und 200 Perioden. Man kann gleitende Durchschnitte als eine Glättung der Schlusskurse eines Liniencharts betrachten. Als trendfolgender Indikator zeigt dieser die Trendrichtung an, signalisiert aber auch das Ende bzw. die Umkehr eines Trends. Des Weiteren liefert der gleitende Durchschnitt Kauf- und Verkaufssignale und ist somit ein geeignetes Tool für den Trendfolge-Trader (aber auch für den Countertrend-Trader).

Bekannt sind eine ganze Reihe von Varianten, wie der einfache gleitende Durchschnitt (SMA), der exponentiell geglättete gleitende Durchschnitt (EMA) oder der linear gewichtete gleitende Durchschnitt (WMA). Beschränken möchte ich mich hier auf den von mir bevorzugten EMA, der so berechnet wird, dass älteren Kursen weniger Gewicht und den jüngsten Daten mehr Gewicht verliehen wird. Je nach Handelsschwerpunkt kann man gleitende Durchschnitte mit unterschiedlichen Zeitperioden nutzen und das beispielsweise im Minuten-, Stunden- oder auch Tages-Chart. Die verwendeten Zeitperioden sind das kritische Element und davon abhängig, in welchem Zeitrahmen man als Trader unterwegs ist. Ein Scalper könnte z.B. EMA(8) und EMA(20), ein Daytrader EMA(20) und EMA(50), ein Swingtrader EMA(50) und EMA(200) verwenden.

Beispiele unterschiedlicher Zeitperioden

Sehr kurzfristig: 8 Perioden sehr schnelle Reaktion auf Veränderungen
Kurzfristig: 20 Perioden schnelle Reaktion
Mittelfristig: 50 Perioden mittlere Reaktion
Langfristig: 200 Perioden langsame Reaktion

Als trendfolgender Indikator reagiert der gleitende Durchschnitt mit einer gewissen Verzögerung, die mit zunehmender Zeitperiode größer wird. Folglich bedeutet das, dass z.B. ein EMA(8) sehr schnell auf Veränderungen reagiert, als nächstes der EMA(20), schließlich der EMA(50) und erst spät der EMA(200). Die Herausforderung ist, eine Zeitperiode für den gleitenden Durchschnitt zu finden, die überwiegend positive Ergebnisse bringt. Reagiert der EMA zu sensibel, erhält man durch den ständigen Richtungswechsel zu viele Fehlsignale. Man spricht dann von Whipsaw (Säge).

Wie bereits zu Anfang erwähnt, zeigen uns gleitende Durchschnitte durch ihren Verlauf die Trendrichtung im Chart an. Des Weiteren besitzen sie eine Unterstützungs- und Widerstandsfunktion, die bei höheren Zeitperioden deutlich stärker ausgeprägt ist. Die Tradingsignale liefern die Crossovers (Überkreuzungen), wenn die Kerze über den gleitenden Durchschnitt steigt oder darunter fällt. Oder bei Verwendung mehrerer gleitender Durchschnitte unterschiedlicher Zeitperioden, der schnellere EMA den langsameren kreuzt. Wie man ein, zwei oder drei gleitende Durchschnitte für das Trading nutzen kann, zeige ich unter Trading mit Gleitenden Durchschnitten.

Weiterlesen unter Triangular Moving Average.

Gleitende Durchschnitte