Praxis

Ausbildung und Weiterbildung

Daytrader im Selbststudium

Ich beginne mit der guten Nachricht: Ja, Daytrading kann man lernen. Und ja, das ist auch mittels Selbststudium möglich. Schließlich haben nur wenige das Glück einen Profi-Trader zu kennen und diesen als Mentor zu gewinnen. Mit einem konkreten Konzept kann ich leider nicht dienen. Im Prinzip wird die Vorgehensweise jedoch immer ähnlich verlaufen. Ich selbst hatte bereits in den 90er Jahren ein Aktiendepot und auch die ersten Bücher über Daytrading studiert. Aber letztlich war mir Daytrading damals ohne Internet zu aufwändig und ungewiss. Selbst die Order für meine Wertpapierkäufe und -verkäufe musste ich zu der Zeit meinem Bankberater telefonisch übermitteln, der diese dann an den Broker weiterleitete.

Die Situation änderte sich erst, als 2005 und in den darauf folgenden Jahren auch in Deutschland Online-Broker ihren Kunden den Handel mit CFDs über Internet anboten. Auch mein Broker bot hier ein schönes Demo-Konto an, wo ich mich ohne Risiko mit dem Traden vertraut machen konnte. Es folgte die Lektüre etlicher Fachbücher und die Teilnahme an dutzenden von Webinaren zum Thema CFD-Handel, Daytrading, Chartanalyse, Risiko und Money Management, Tradingplan, Strategien und erneutes Studium der bereits schon einmal gelesenen Bücher. Endlich eröffnete ich ein Live-Konto bei meinem Broker und startete meine Trader-Karriere.

Während meiner Lehrjahre als Trader durchlebte ich Höhen und Tiefen, meist letzteres. Mit zunehmender Erfahrung stiegen dann auch meine Ansprüche an die Rahmenbedingungen, weshalb ich mehrmals den Broker wechselte und dabei unterschiedliche Handelsplattformen kennenlernte. In diesen Jahren experimentierte ich viel mit den unterschiedlichsten Handelsansätzen und Indikatoren. Ich überprüfte Setups mittels Backtesting und trainierte meine Trading Strategien im Demokonto um schließlich die erfolgversprechendsten im Live-Konto mit Echtgeld anzuwenden. Bei meinem ersten Broker unterhalte ich lediglich noch ein separates Wertpapierdepot für längerfristige Anlagen.

Interessant ist natürlich die Frage, wie lange dauert es Daytrading zu erlernen. Von Profi-Tradern hört man dazu Aussagen, die bei 3 bis 5 Jahren liegen. Aus Erfahrung kann ich das weitgehend bestätigen. In diesen Jahren entwickeln sich Wissensstand, Fähigkeiten und Erfahrung zusehends weiter. Mithilfe einer fundierten Ausbildung kann man diesen Weg vielleicht ein wenig abkürzen. Dennoch ein Profi-Trader wird man nicht von heute auf morgen.

Meine Empfehlung

Irgendwann kommt man an den Punkt, wo man genug herumprobiert und getestet hat und sich nun ernsthaft dem Trading widmen möchte. An diesem Punkt sollte man sich darüber Gedanken machen, welche Ziele man anstrebt und die Vorgehensweise konkret festlegen. Und ab sofort alles auf die Erreichung dieser Ziele ausrichten. Als nächstes werden ein oder mehrere Handelsstrategien definiert und klare Regeln festgelegt. Wichtig ist, diese Regeln diszipliniert einzuhalten.

Merke: Nie ohne Strategie traden !

Gerade für Anfänger ist es wichtig, das Initialrisiko so gering wie möglich zu halten und den Stop-Loss richtig zu setzen. Läuft der Trade nach dem Einstieg nicht in die gewünschte Richtung, wird auf keinen Fall der Einstiegsstopp verschoben und das Verlustrisiko vergrößert. Glaube mir, die strikte Einhaltung dieser Regel erspart dir schmerzhafte Verluste.

Merke: Jeder große Verlust hat klein angefangen !

Ein weiterer häufiger Fehler ist es, dass bei Erreichen eines kleinen Gewinns, die Position glattgestellt wird anstatt den Stop-Loss enger an den Kurs heranzuziehen und weiter an der Kursbewegung zu partizipieren. Halte dich an die Börsenregel "Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen".


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