Grundlagen und Daytrading Strategien mit Indikatoren

Tradingstile und Zeiteinheiten

Die Begriffe Investieren und Traden sind nicht klar definiert. Jeder mag darunter etwas anderes verstehen. Aber du wirst mir sicherlich zustimmen, dass der wesentliche Unterschied der Zeitfaktor ist. Ich verstehe unter Investieren meine Wertpapiere, die ich mittel- bis langfristig ins Depot nehme. Beim Traden halte ich die Positionen nur kurzfristig. Wie fließend der Übergang ist, merkt man dann, wenn man durch einen Fehltrade plötzlich zum Investor geworden ist.

Der Oberbegriff Trading ist unterteilt in:

  • Positionstrading
  • Swingtrading
  • Daytrading
  • Scalping

Der Positionstrader hält Positionen über Wochen oder gar Monate, der Swingtrader in der Regel nicht länger als 5 Tage (von Montag bis Freitag), der Daytrader hält seine Positionen nie länger als einen Tag (häufig nur wenige Minuten). Scalping ist eine Art des Daytrading. Beim Scalping geht es um das Traden kleinster Kursbewegungen. Positionen werden nur wenige Minuten oder gar nur Sekunden gehalten.

Entsprechend sind auch die Zeiteinheiten, in denen diese Trader unterwegs sind, ganz unterschiedlich. Während für den Positionstrader Wochen- und Tages-Chart wichtig sind, handelt ein Scalper im Tick- oder Minuten-Chart. Dazwischen sind die Swingtrader und Daytrader zuhause und handeln je nach Strategie im 5, 10, 15, 30 oder 60 Minuten-Chart.

Beachtung der übergeordneten Zeiteinheit

Auch wenn der kurzfristig orientierte Daytrader möglicherweise im 1, 5 oder 10 Minuten-Chart handelt, darf er dabei nicht die übergeordneten Zeiteinheiten außer Acht lassen, in denen das große Geld gehandelt wird. Um sich einen groben Marktüberblick zu verschaffen, schaut man sich zwar den Tages-Chart an, dennoch gilt der 60 Minuten-Chart als richtungsweisend für das Trading im 1 bis 10 Minuten-Chart.

Deshalb wird zunächst markttechnisch die Trendrichtung in der übergeordneten Zeiteinheit identifiziert. Befindet sich der Markt in einem Aufwärts- oder Abwärtstrend? Markt mit trendloser Phase ist uninteressant. Befindet sich der Markt in einer Bewegungs- oder Korrekturphase? Einer Korrekturphase sollte man immer ausreichend Zeit geben. Befindet sich der Markt in einer Bewegungsphase muss der Fortschritt der Bewegung bestimmt werden. Kann man noch einsteigen? Ideal ist, wenn in Kürze ein Punkt 2 gemäß Markttechnik erreicht wird.

Danach wechselt man in die untergeordnete Zeiteinheit (beispielsweise 5 Minuten) und überprüft hier die Trendrichtung. Stimmt diese mit der übergeordneten Zeiteinheit überein? Nun sucht man einen geeigneten Einstiegspunkt. Optimal ist, wenn auch hier ein Punkt 2 vorgefunden wird, der in Kürze durchbrochen wird. Das gibt uns einen idealen Einstiegspunkt um unsere Stop-Entry-Order zu platzieren. Sollte sich die untergeordnete Zeiteinheit in der Korrekturphase befinden, kann man hier mithilfe von Fibonacci und Umkehrkerzen einen geeigneten Einstiegspunkt suchen.

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