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weitere Techniken und Hilfsmittel

Markttechnik

Die Markttechnik ist ein faszinierendes Werkzeug um direkt im Chartverlauf Punkte zu erkennen, an denen Bewegung entstehen kann. Die Markttechnik basiert auf der von Charles Henry Dow bereits Endes des 19. Jahrhunderts entwickelten Dow Theorie. Populär wurde diese grafische Chartanalyse in Deutschland durch Michael Voigt mit seinem Werk „Das große Buch der Markttechnik“.

Die Markttechniker gehen davon aus, dass in einem Markt nicht Nachrichten oder Ereignisse den Kurs machen, sondern die verschiedenen Marktteilnehmer, die stets für Angebot und Nachfrage sorgen. Und zwar diejenigen die Long positioniert sind, diejenigen die Short positioniert sind und jene die Flat sind, also auf ihren Einstieg warten.

Der Kurs richtet sich laufend nach Angebot und Nachfrage. Steigt die Nachfrage, so steigt der Kurs. Überwiegt das Angebot, dann fällt der Kurs. Stellen wir uns vor, ein institutioneller Händler kauft in großem Stil eine Aktie, so dass deren Kurs steigt. Private Trader werden darauf aufmerksam und kaufen ebenfalls und Händler, die short positioniert waren, schließen ihre Position oder gehen gleichfalls long. All das treibt den Kurs weiter in die Höhe.

Nun wollen einige den aufgelaufenen Gewinn mitnehmen und verkaufen ihre Aktien. Es entsteht ein Überangebot und der Kurs fällt. Durch diese beginnende Konsolidierung entsteht ein Hochpunkt, der in der Markttechnik die Nummer 2 erhält. Trader, die am Hochpunkt gekauft haben sind im Minus und entschließen sich zum Verkauf. Dadurch wird der Kurs weiter nach unten gehandelt. Diesen Kursrutsch nutzen andere Trader und kaufen zu einem günstigeren Kurs diese Aktie wieder nach bzw. steigen neu ein. Der Tiefpunkt erhält in der Markttechnik die Nummer 3.

Da wieder mehr Trader bereit sind zu kaufen, als zu verkaufen, zieht der Markt wieder an und schießt über das letzte Hoch hinaus. Ein neues Hoch Nummer zwei entsteht. Der Vorgang kann sich mehrere Male wiederholen, bis ein Trendbruch eintritt. Fällt der Markt unter das vorhergehende Tief (Punkt 3) haben wir einen solchen Trendbruch. Die am letzten Punkt 3 liegenden und nun ausgelösten Stop-Loss-Order treiben den Kurs weiter nach unten. So kann das Spiel von neuem beginnen, nur eben in die andere Richtung.

markttechnik

Die Bewegungen in Richtung eines Aufwärts- oder Abwärtstrends (von Punkt 1 zu 2 bzw. 3 zu 2) werden von Altbörsianern gerne Progressionsphasen oder kurz Progression genannt, die Korrekturen entsprechend Regressionsphasen oder kurz Regression. In der Markttechnik ist der Punkt 2 besonders wichtig. Hier treffen viele Einstiegsorder und Stop-Order zusammen und sorgen für Bewegung (siehe Bild). Daher wird sich ein erfahrener Markttechniker immer einen Punkt 2 suchen und spätestens hier - besser noch aus der Korrektur heraus - seinen Einstieg wählen.

Als Markttechniker kann man den Trend, die Bewegung (Progression) oder den Ausbruch traden.

Ein Aufwärtstrend liegt vor, wenn der Kurs sich zickzack-förmig nach oben bewegt, also ständig höhere Hochs (Punkt 2) und höhere Tiefs (Punkt 3) auftreten. Der Aufwärtstrend ist gebrochen, wenn kein höheres Hoch entsteht und das letzte Tief nach unten durchbrochen wird. Siehe Grafik oben.

Ein Abwärtstrend liegt vor, wenn der Kurs sich zickzack-förmig nach unten bewegt, also ständig tiefere Tiefs (Punkt 2) und tiefere Hochs (Punkt 3) auftreten. Der Abwärtstrend ist gebrochen, wenn kein tieferes Tief entsteht und das letzte Hoch nach oben durchbrochen wird.

Traden nach Markttechnik

Ein markttechnisch orientierter Trader sucht Einstiegssignale immer direkt im Chart. Zunächst wird ein geeignetes Finanzinstrument ausgewählt und die Trendrichtung in den übergeordneten Zeiteinheiten (Tag oder 1h / 30min) identifiziert. Befindet sich der Markt in einem Aufwärts- oder Abwärtstrend? Ein Markt mit trendloser Phase ist für den Markttechniker uninteressant.

Befindet sich der Markt in einer Bewegungs- oder Korrekturphase? Einer Korrekturphase sollte man immer ausreichend Zeit geben, mindestens 10 Kerzen. Handelt es sich bei den Kerzen um Innenstäbe, dann auf keinen Fall eine Position eröffnen, da der Markt dann zu unberechenbar ist. Befindet sich der Markt in einer Bewegungsphase muss der Fortschritt der Bewegung bestimmt werden. Kann man noch einsteigen? Ideal ist, wenn in Kürze ein Punkt 2 erreicht wird.

Nun wird vom Tageschart in die gewünschte untergeordnete Zeitebene (beispielsweise 5 Minuten) gewechselt und auch hier die Trendrichtung überprüft. Stimmt diese mit der übergeordneten Zeiteinheit überein? Nun zeichnen wir die Tageslinien (Vortageshoch, Vortagestief, Vortages-Schlusskurs, Tageseröffnung) ein und suchen einen vielversprechenden Einstiegspunkt im Trend oder anhand von Korrekturen, Tageslinien oder Trendlinien. Ideal ist, wenn auch hier ein Punkt 2 vorgefunden wird, der in Kürze durchbrochen wird. Das gibt uns einen idealen Einstiegspunkt um unsere Stop-Entry-Order zu platzieren.

Sollte sich die untergeordnete Zeiteinheit in der Korrekturphase befinden, gilt auch hier die Faustregel, dass die Korrekturphase mindestens aus 10 Kerzen bestehen sollte, vorausgesetzt es handelt sich nicht um Innenstäbe. Nun setzen wir unsere Stop-Buy- oder Stop-Sell-Order oder steigen direkt mittels Market Order ein. Kurzfristig orientierte Trader sollten das Handeln während auftretender Innenstäbe grundsätzlich vermeiden und sich zu eigen machen, vor jedem Trade auf Innen- und Außenstäbe zu prüfen, egal in welcher Zeiteinheit sie unterwegs sind. Die meisten kurzfristigen Fehltrades treten beim Handel von Innenstäben auf.

Das Setzen des Stop-Loss ist abhängig davon, ob wir den Trend, die Bewegung oder den Ausbruch traden. Beim Trend werden wir den Stop-Loss immer am letzten Punkt 3 platzieren. Beim Traden der Bewegung setzen wir den Stop-Loss im Up-Swing immer unter die vorletzte Kerze (im Down-Swing darüber). Entstehen Innenstäbe wird der Stop-Loss zurückgesetzt unter die Kerze vor dem Außenstab (im Down-Swing darüber) und erst wieder nachgezogen, wenn der Außenstab gebrochen wurde.

Beim Traden des Ausbruchs legen wir in unserer Stop-Entry-Order bereits Stop-Loss und Take-Profit fest und müssen uns in der Regel nicht weiter darum kümmern.

Innenstäbe sind Kerzen, deren Schlusskurse innerhalb des Hoch- und Tiefkurses eines Außenstabes liegen. Solange die Kurse nicht außerhalb der Kursspanne des Außenstabs schließen, befindet sich der Markt in Innenstäben. Innenstäbe stellen keine Seitwärtsphase dar und lassen keinen Rückschluss auf die Trendrichtung zu. Innenstäbe wechseln ständig die Richtung und ihre Hochs und Tiefs können durchaus auch außerhalb der Kursspanne des Außenstabes liegen. Mit zunehmender Anzahl an Innenstäben nehmen der Handel und damit die Volatilität jedoch ab.

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