Grundlagen und Daytrading Strategien mit Indikatoren

Trading mit dem Fibonacci Retracement

Handel aus der Korrektur heraus

Nehmen wir an, der aktuelle Trend befindet sich – markttechnisch gesehen – in einer Korrekturphase. Um sicher zu gehen, müsste man warten bis die Korrektur beendet ist und sich ein Punkt 3 gebildet hat und der Trend wieder in die Bewegungsphase übergegangen ist um schließlich bei Erreichen des letzten Punkt 2 mit einer Position einzusteigen.

Haben wir der Korrektur jedoch ausreichend Zeit gegeben, mindestens 10 Kerzen, können wir unsere Position bereits in der Korrektur eröffnen. Der Stop-Loss würde an den letzten Punkt 3 gelegt. Den Einstieg können wir mithilfe des Fibonacci Retracements planen und eine entsprechende Umkehrkerze für den Einstieg nutzen. Obwohl der ideale Einstiegspunkt gar nicht mal so entscheidend ist, weil der Stop-Loss an der richtigen Stelle liegt. Auf diese Weise nutzen wir die doppelte Kursbewegung aus und können unseren Gewinn verdoppeln.

Einsatz des Fibonacci-Retracement Tools

Der italienischen Mathematiker Leonardo Fibonacci entdeckte im 13. Jahrhundert die nach ihm benannte Zahlenreihe. Dabei ist jede Fibonacci-Zahl gleich der Summe der beiden vorangegangenen Zahlen (1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, ...). Die Fibonacci-Zahlen sind als Goldener Schnitt im täglichen Leben ein Begriff. So auch im Börsenhandel, um Kursziele und Korrekturbewegungen zu ermitteln.

Das Fibonacci Tool misst eine Kursbewegung und zeichnet dann horizontale Unterstützungs-und Widerstandslinien in den Chart, die sogenannten Fibonacci-Levels (23,6 %, 38,2 %, 50 %, 61,8 %, 78,6 %, 100 %). Obwohl das Tool sehr umstritten ist, wird es von vielen Tradern eingesetzt. Daher können wir beruhigt damit arbeiten, egal ob es mathematisch erklärbar ist oder nicht. Gerade auf größeren Zeiteinheiten (Tag, Stunde) weisen die Fibonacci-Levels eine hohe Zuverlässigkeit auf. Auf kleineren Zeiteinheiten (5 oder 10 Minuten) spielen die Fibonacci-Korrekturen im praktischen Handel eher eine untergeordnete Rolle.

In der Praxis legen wir die Länge einer Bewegungsphase mit 100 % fest und das Tool leitet daraus die Fibonacci-Levels der Korrekturphase ab. Zwischen 38,2 % und 61,8 % halten wir nach möglichen Umkehrkerzen Ausschau, da einer Umkehrkerze in diesem Bereich eine höhere Bedeutung zukommt. Sollten die 61,8 % jedoch überschritten werden, wird der Trend wahrscheinlich nicht mehr fortgesetzt und es könnte eine Trendwende stattfinden.

Handel mit mehreren Kontrakten

Grundsätzlich ist es sinnvoll, sowohl beim Einstieg wie auch beim Ausstieg die Positionen zu teilen. So steige ich bei einer Umkehrkerze am möglichen Punkt 3 zunächst nur mit einem Kontrakt ein. Sollte sich die Korrektur fortsetzen, habe ich nur einen geringen Verlust zu verbuchen. Sollte sich die Bewegung fortsetzen, kann ich bei Durchbruch durch den letzten Punkt 2 einen weiteren Kontrakt hinzunehmen.

Jetzt bieten sich zwei Möglichkeiten an:

  1. Wir konzentrieren uns allein auf die Bewegung. Schließen einen Kontakt, wenn wir den Eindruck haben, dass das Momentum nachlässt und streichen den halben Gewinn schon einmal ein. Die zweite Position lassen wir weiterlaufen und freuen uns über den zusätzlichen Gewinn, wenn sich die Bewegung fortsetzt. Sollte die Korrektur einsetzen, schließen wir auch diese Position.
  2. Wir handeln mit einer Position die Bewegung und mit der anderen den Trend. D.h., am Ende der Bewegung (neuer Punkt 2) schließen wir einen Kontrakt und lasse den zweiten Kontrakt weiterlaufen bis zu einem Trendwechsel. Natürlich werden die Stopps entsprechend angepasst. Zwischendurch ist es durchaus denkbar, wieder eine zweite Position zu eröffnen.

Wenn man die Positionen beim Einstieg teilt, geht man ein geringeres (psychisch vielleicht leichter zu ertragendes) Risiko ein. Ähnlich verhält es sich mit der Teilung der Positionen beim Ausstieg. Dadurch, dass man bereits einen Teilgewinn realisiert hat, fällt es leichter die zweite Position laufen zu lassen.

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Fibonacci Retracement